Gabriel wirbt in China für Elektroautos
23. April 2014Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hofft auf eine Aufholjagd deutscher Batteriehersteller im Rennen gegen die internationale Konkurrenz. "Meine Hoffnung ist ja, dass wir die klassische deutsche Kernkompetenz, Batterien zu produzieren, zurückholen können", sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch der internationalen Autoshow in Peking. Dort informierte er sich bei einem Rundgang über die E-Autostrategie von Volkswagen, Mercedes und BMW.
Die Autobauer versuchen in Peking mit neuen Modellen die E-Mobilität anzutreiben. Daimler stellte das Elektroauto Denza vor, VW kündigte eine Elektro-Offensive in China an. Gabriel hatte während seiner dreitägigen China-Reise Vorhaltungen zurückgewiesen, sein Rundgang auf der Automesse sei ein falsches Signal, weil er in China doch für Energieeffizienz werben wolle und die Autobranche gerade kein Vorbild sei. "Es ist ein ungeheuer wichtiges Signal. Nirgendwo ist Energieeffizienz so notwendig und nirgendwo kann sie so schnell erreicht werden wie bei Automobilen."
China müsse mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in die Megastädte bringen, um die Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen: "Wenn man Smog wegkriegen will, braucht man neue Autos und nicht alte."
China könnte den E-Plänen der Bundesregierung helfen
In Deutschland hält die Bundesregierung bislang an dem Ziel fest, dass es bis 2020 eine Million Elektroautos gibt, obwohl Experten dies längst für unrealistisch halten. Sollte sich das E-Auto in China aber auf breiter Front durchsetzen, könnte dies auch die Entwicklung in Europa vorantreiben.
Bevor Gabriel in der Nacht zum Donnerstag nach Deutschland zurückfliegt, waren noch ein Besuch in der neuen Freihandelszone in Schanghai und die Eröffnung eines neuen Ausbildungszentrums der deutschen Firma Voith geplant.
Hauptziel seines China-Besuchs mit einer mehr als 50-köpfigen Wirtschaftsdelegation war die Werbung für den Ausbau der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen und den Abbau von Hemmnissen auf dem chinesischen Markt, unter denen vor allem mittelständische deutsche Firmen leiden.
zhd/SC (afp, rtr, dpa)