Israeli stirbt nach Messerattacke
27. Juli 2018Nach der Messerattacke eines Palästinensers in der Siedlung Adam ist ein 31-jähriger Israeli an seinen schweren Verletzungen gestorben. Das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem teilte mit, Ärzte hätten im Operationssaal stundenlang um sein Leben gekämpft.
Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman kündigte nach dem Anschlag den Bau von 400 weiteren Wohneinheiten in der Siedlung Adam an, die im besetzten Westjordanland liegt. "Die beste Antwort auf den Terror ist eine beschleunigte Besiedlung von Judäa und Samaria (Westjordanland)", schrieb er bei Twitter. Schon vor Monaten hatte er den Bau von knapp 4000 Wohnungen angekündigt.
Angreifer erschossen
Ein 17-jähriger Palästinenser war am Donnerstagabend in die Siedlung nordöstlich von Jerusalem eingedrungen und hatte dort auf zwei Israelis eingestochen. Ein 58-Jähriger, der dabei schwere Verletzungen erlitt, sei inzwischen in stabilem Zustand, teilte das Krankenhaus mit. Ein dritter Einwohner stellte sich dem Angreifer entgegen und wurde dabei leicht verletzt. Nach Armeeangaben erschoss er den Täter, der aus dem Dorf Kubar stammte.
Nach palästinensischen Medienberichten blockierte die Armee nach dem Anschlag die Einfahrt zu dem Dorf. Soldaten seien in den Ort eingedrungen. Ein anderer Einwohner des Dorfes hatte im vergangenen Jahr drei Mitglieder einer israelischen Familie in einer Siedlung ermordet. Die israelische Armee verlegt angesichts der Sicherheitslage zwei weitere Bataillone ins Westjordanland.
Im Sechstagekrieg von 1967 hatte Israel unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600.000 israelische Siedler. Die Palästinenser wollen auf dem Gebiet einen unabhängigen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt einrichten.
sth/mak (dpa, afp)